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AKTUELLES

Bericht: Vortrag „Eugenische Phantasmen“ - Eine deutsche Geschichte

US-Historikerin und Professorin für Geschichte an der City University oft New York Dagmar Herzog hielt am 8.11.2025 im voll besetzen Audienzsaal des Rathauses einen Vortrag über ihr Buch „Eugenische Phantasmen - Eine deutsche Geschichte“. Unter den Zuhörenden befanden sich auch acht taube Teilnehmende.

In ihrem Buch untersucht die Dagmar Herzog, wie in Deutschland in den letzten 150 Jahren über den Wert von behindertem Leben gesprochen wurde. Im Mittelpunkt steht das eugenische Denken. Dieses Denken führte im Nationalsozialismus zur „Euthanasie“, also zur Tötung von Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen.
Dagmar Herzog zeigt, dass diese Verbrechen  eine lange Vorgeschichte hatten – und dass eugenische Ideen auch nach 1945 weiterwirkten.In ihrem Vortrag erläuterte sie, wie sich in den Debatten über Eugenik Vorstellungen aus Medizin, Schule, Religion, Arbeit und Sexualität miteinander vermischten. In der anschliessenden Diskussionsrunde berichtete Gudrun Müller über die Zwangssterilisation der Tauben Menschen zwischen 1933 und 1945.

Bericht: Zu anders für die Macht?“ – Wie gelingt den Frauen mehr Vielfalt in der Kommunalpolitik?

Die Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Lübeck Elke Sasse hat uns zur Frauenversammlung am 7.11.2025 im Rathaus eingeladen. Nur 6 interessierten Tauben Frauen waren dabei und auch ca 80 Teilnehmerinnen aus ganz Schleswig-Holstein. Vor dem Beginn der Veranstaltung hielt Aminata Touré, Ministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Schleswig-Holstein eine Videobotschaft mit Untertitel. Dann eröffnete Frau Sasse die Frauenveranstaltung.

In dieser Veranstaltung ging es um Frauen in der Kommunalpolitik. Daten und Fakten zeigten, wie viele Frauen aktiv sind – und wo sie noch fehlen. Es werden sowohl die Herausforderungen als auch gute Beispiele und Erfolge vorgestellt.
Was können Parteien, Fraktionen, Kommunen und das Land tun, um mehr Frauen für die Politik zu gewinnen – und sie dort zu halten? Was können Frauen selbst beitragen?

Die Autorinnen Cécile Weidhofer und Tannaz Falaknaz von der EAF Berlin lasen aus ihrem neuen Buch „Zu anders für die Macht?“ Es gab zahlreiche Ansätze, über neue Strategien in der Kommunalpolitik nachzudenken - mehr Frauen. Das war eine interessante Frauenveranstaltung.

Freizeit-Petanque-Training in der Boulehalle in Hamburg-Langenhorn, am 4.Nov 2025

 

In der Winterzeit von November 2025 bis März 2026 trainieren wir wieder in der Boulehalle. Es nahmen neun Spieler teil, darunter sechs Hamburger und drei Kieler. Die beiden Männer Michael und Jens sind mit dem Fahrrad von zu Hause bis zur Boulehalle gefahren. Das passte super zum herbstlichen Wetter. Wir gehörlosen Spieler hatten die Halle ganz für uns allein und konnten entspannt und in Ruhe spielen. Wie immer spielten wir ganz locker Einzel, Doublette und Triplette. Es hat uns Spaß gemacht. Gut gelaunt und zufrieden gingen wir anschließend nach Hause. Das nächste Training findet am 2. Dezember wieder dort statt. Wir freuen uns darauf, wieder gemeinsam zu spielen. 

Text geschrieben von Ulrike Jarmers

Bericht über die Arbeitstagung des Gehörlosenverbands Schleswig-Holstein

Am 1. November 2025 fand die alljährliche Arbeitstagung im Kieler Gehörlosenzentrum statt. Für den Lübecker Gehörlosenverein nahmen Gaby Heyer und Kirsten Melchereck teil.

Die erste Vorsitzende des Gehörlosen-Vrbandes Schleswig-Holstein e.V. (GV-SH), Cortina Bittner, berichtete erfreut, dass die neue Satzung, die im Mai 2025 beschlossen wurde, nun offiziell notariell anerkannt und gerichtlich eingetragen ist. H. Barczynski und Cortina Bittner von der Arbeitsgruppe „Gehörlosengeld in Schleswig-Holstein“ informierten über den aktuellen Stand und riefen alle Mitglieder und Interessierten dazu auf, die Arbeitsgruppe zu unterstützen – zum Beispiel durch Schreiben an die Landesregierung, um das Gehörlosengeld endlich einzuführen. Christina Benker vom Gehörlosen-Zentrum berichtete über einen Wasserrohrbruch im Keller und notwendige Reparatur- sowie Reinigungsarbeiten an Rohren und Dach. Diese verursachten hohe Kosten von über 11.000 Euro. Das Gehörlosen-Zentrum freut sich daher über jede Spende zur Unterstützung. Wie jedes Jahr organisiert der GV-SH den Internationalen Frauentag am 8. März gemeinsam mit einem Gehörlosenverein. Außerdem wurden die Termine und Veranstaltungen für 2026 gemeinsam mit den Delegierten festgelegt.

Nach der Mittagspause referierte der Präsident des Deutschen Gehörlosen-Bundes, Ralph Raule, über die Arbeit, Struktur und Ziele des DGB – unter anderem darüber, welche Aufgaben der DGB übernimmt und welche Herausforderungen für die Zukunft bestehen. Zum Ausklang der Tagung gab es ab 17 Uhr Punsch und Grillwürstchen im Gehörlosenzentrum.

Nordische Filmtage Lübeck 2025 vom 5. bis 9. November 2025 in DGS und UT

Die Nordischen Filmtage Lübeck sind ein großes Filmfestival. Es zeigt Filme aus dem Norden Europas und aus dem Ostseeraum. Das Festival lädt alle Menschen ein, viele verschiedene Filme zu sehen. Es ist offen, vielfältig und für alle zugänglich. Auch für taube Menschen gibt es viele passende Angebote.

Barrierefreie Angebote:

Deutsche Untertitel (SDH) für gehörlose und schwerhörige Menschen

*  Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache (DGS) bei einigen Filmvorführungen und Filmgesprächen

*  Live-Einsprache auf Deutsch bei Filmen für Kinder bis 14 Jahre

*  Mehr Plätze für Rollstuhlfahrer:innen und gute Zugänge für Menschen mit Gehbehinderung

Das  Programm für Taube Menschen können Sie auf der Internet-Seite lesen: https://www.nordische-filmtage.de

Der Kartenvorverkauf beginnt ab 25. Oktober 2025

Filmangebote mit UT 1

Filmangebote mit UT 2

Bericht: Museumsführung „Wikingerdämmerung – Zeitenwende im Norden“ am 11.10.2025

Nach chaotischen Bahnfahrten kamen wir mit sechs Personen aus Lübeck in Schleswig an. Mit mehr als einer Stunde Verspätung empfing uns die Taube Kulturvermittlerin Nina und führte uns rund eine Stunde lang durch den Kreuzstall und die Reithalle auf Schloss Gottorf.

Sie zeigte uns bedeutende archäologische Funde, beeindruckende Gold- und Silberschätze, alte Schriften und neueste Forschungsergebnisse. Ein besonderes Highlight war der sensationelle Nachdruck des 68 Meter langen Teppichs von Bayeux, der erstmals in Deutschland nahezu in Originalgröße zu sehen ist. Ergänzt wurde die Ausstellung durch zahlreiche herausragende Leihgaben aus Skandinavien, England und Frankreich. Besonders erfreulich: In der Ausstellung gibt es Gebärdenvideos auf 50 Tablets – eine großartige Barrierefreiheit für Taube Besucherinnen und Besucher. Wir bedankten uns herzlich bei Nina für ihre tolle Führung und die spannenden Erklärungen zur Geschichte. Anschließend genossen wir im Schlosscafé eine entspannte Pause bei Kaffee, Waffeln, Kuchen und Wraps.

Aus Zeitgründen konnten wir den geplanten Besuch der Fischersiedlung Holm leider nicht mehr schaffen. Die erste Gruppe ging noch schnell zur Gehörlosenschule, während die zweite Gruppe den Dom besichtigen wollte – der war jedoch bereits um 16 Uhr geschlossen. Die Rückfahrt verlief gemächlich, und auf dem Weg über Neumünster hatten wir viel Spaß und lachten viel. Im letzten Zug von Bad Oldesloe war es zwar sehr voll, doch schließlich kamen wir glücklich in Lübeck an. Alles in allem war es ein rundum schöner und gelungener Tag!

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